0
Kommentare
 
von | 17.04.2012

Blogbeitrag für Küchenmagazin

Küchen unterliegen, wie alle anderen Räume auch, bestimmten Moden in der Einrichtung. Später einmal wird man wohl sagen, dass um 2012 herum „die Apotheke in der Küche“ sehr gefragt war.

Niemand hat es kommen sehen, aber plötzlich sieht man sie in fast allen Küchen: die Apothekerschränke. Nun ist eine Adaption ja immer etwas Verblüffendes, aber mit diesem großen Erfolg hatte niemand gerechnet. In vielen Haushalten werden nun Mehl und Nudeln in den Schubladen verstaut, in denen beim Original das Aspirin seinen Platz hat. Warum das so ist? Keiner weiß es.

Diese Art Schränke, man muss es aber doch zugeben, hat fern der medizinischen Nutzung natürlich einige, auch auf die Küche anwendbare, Vorteile: Sie hat eine Fassade, hinter der sich viel verbergen lässt. Gleichzeitig ist natürlich das Prinzip der Auffindbarkeit und Ordnung nicht von der Hand zu weisen. Etiketten an die Schubladen, und man findet alles im Nu.

Was nach dieser praktischen Lösung kommen wird, ist unklar, denn die offenen Regale, die zuvor Pasta und Co beherbergten, hatten ja den klaren Nachteil, dass die darin befindlichen Dinge mit der Zeit den typischen „Küchenschleier“ annahmen, diese sehr hartnäckige Mischung aus Staub und sich verteilendem Bratenfett in Nanopartikeln. Ob man dahin wieder zurück kehren will oder sogar noch einmal zu den ausgestorben geglaubten Hängeschränken, die zwar geschlossen sind, aber ästhetisch eher fragwürdig sind?

Küchen sind Experimentierfelder, vor allen Dingen, seitdem wieder mehr Leben in diesen Räumen statt findet. Hier agiert nicht mehr nur die einsame Hausfrau, hier isst man, sieht fern und spielt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Suche
Rubriken